Frühjahrsmüdigkeit

Die ersten Sonnenstrahlen kommen raus! Die Temperatur steigt plötzlich von 0 auf 20 Grad Celsius. Der erwartete Frühling kommt mal wieder schneller als erwartet und leider stellen sich unpassenderweise bei vielen Menschen statt Glücksgefühlen Kopfweh, Müdigkeit und Stimmungsschwankungen ein.  Dahinter steckt oftmals eine  temporäre Dysfunktion der Schilddrüse, die ihre Tätigkeit  herunterdrosseln muss, um den Stoffwechsel an die wärmere Jahreszeit anzupassen.

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Manchmal klappt das jedoch nicht passgenau, so dass wir kurzzeitig eine leichte Über- oder Unterfunktion der Schilddrüsenaktivität erleben. Ersteres kann zu Hitzewallungen, Herzrasen, Aggressionen und starkem Hunger, letzteres  zu Müdigkeit, Antriebsschwäche, depressiver Verstimmung und Verdauungsschwäche führen.

Aus ayurvedischer Sicht sollten wir jetzt unser Stoffwechselfeuer “Agni” mithilfe ein paar Tricks balancieren.  Eine Unterfunktion der Schilddrüse basiert immer auf einer Agni-Schwäche vergesellschaftet mit einem hohen Vata- Dosha. Ein träger Stoffwechsel führt dann insbesondere im Frühjahr oftmals zusätzlich zu einer Ansammlung von Schleim (Kapha), der uns müde und phlegmatisch ( Phlegma = griech. Schleim) macht.

Hier können  Dauna, Bewegung, scharfe Gewürze wie Pfeffer, Ingwer,  Kreuzkümmel und  Zimt sowie heißes Wasser, Yogitee, Gemüsesuppen, gedünstetes Gemüse und Linsen-Dhal aus Mungbohnen mit Reis, aber auch jodhaltige Kräuter wie Algen oder Islandflechte im Tee unterstützen. Schwerverdauliches wie Wurst- Fleisch- und Milchprodukte sind dagegen kontraindiziert.

Aber merke: Gewürze und Gemüse aus der Pflanzenfamilie der Kreuzblütler wie Meerettich, (Kapuziner) Kresse, Senf, Kohl, Blumenkohl, Brokkoli, Spinat, Mangold, Rosenkohl und Pak Choi aber auch Rohkost, Brot, Sojabohnen, Walnüsse und Hirse hemmen die Synthese von Schilddrüsenhormonen und vermindern ihre Ausschüttung.

Ein zu stark arbeitendes Agni mit einer leichten Überfunktion der Schilddrüse , das sich durch Symptome wie Herzrasen, Hitzewallungen und Aggressivität  auszeichnet, kann durch das Kraut Wolfstrapp oder beruhigende Gewürze wie  Fenchel und Kardamom mit etwas warmer Mandelmilch, 1/2 Teelöffel Ghee und 1/2 TL Ashwagandha- oder Shatavaripulver besänftigt werden.

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Generell sollten hier alle erhitzenden Lebens- und Genussmittel wie Alkohol, Kaffee, Tomaten, Saures, Salziges, Fettiges, rotes Fleisch, Seefisch und scharfe Gewürze gemieden werden. Grüne Blattgemüse, Bittersalate, Linsen, Reis, Spargel, Artischocke, Fenchelgemüse,  Brokkoli, Blumenkohl, Kokosmilch/Mandelmilch/ Reismilch, Rosinen, Feigen, Datteln, Trauben sind dagegen sehr empfehlenswert.

Mung-Dhal mit Basmatireis, Brokkoli, mildem Chutney und Jogurtdip

Zusätzlich unterstützen Meditation, Yoga, Radfahren, Rosenduft und Bewegung an der frischen Luft eine  Balancierung unseres Stoffwechsels . Sollten die Stimmungsschwankungen im Frühjahr länger als 4 Wochen andauern, ist es ratsam einen ärztlichen Check-up zu machen, um eine hormonelle Störung oder einen evtl.  Vitamin-  und Mineralmangel ausschließen zu können. Letztendlich sind aber auch dafür so einige Kräuter gewachsen!